Redebeitrag zum Vorabend des 1. Mai 2018: Stadtwerke Vergesellschaften!

Stadtwerke Vergesellschaften!

Das in der radikalen Linken oft sehr unbeliebte Thema Klimawandel, ist nicht nur eine abstrakte Formel, sondern hat mit konkreten Fragen von Gerechtigkeit und Ökologie zu tun. Auch hier vor Ort. So besteht der Energiemix der Stadtwerke Düsseldorf zur Hälfte aus Atomstrom und fossilen Energieträgern und trägt damit nicht unwesentlich zum Klimawandel bei. Die drastischen Folgen dieser Veränderung des Planeten sind global sehr ungleich verteilt. Auf der Südhalbkugel leiden Menschen schon heute an den Folgen der Ausweitung von Wüsten oder Überflutungen der Küsten. Aber auch hier im Norden würde die zu erwartende Erwärmung der Erde um mehr als 2 °C katastrophale, irreperable Schäden zur Folge haben. Futuristische Lösungsversprechen die ernsthaft in Erwägung ziehen die Sonne zu verdunkeln, statt mit der Förderung fossiler Brennstoffe aufzuhören, zeigen die Absurdität des Kapitalismus. Ein Wirtschaftssystem das ungeachtet der gesellschaftlichen Folgen, jede profitable Option auszuschöpfen versucht. Dabei liegt es auf der Hand: Fossile Brennstoffe dürfen nicht ausgeschöpft werden, ihr Verbrauch muss sinken, besonders die Kohle muss unter der Erde bleiben, gerade hier im Rheinland, unweit des riesigen Braunkohlereviers Garzweiler also, muss mit einer ernsthaften Energiewende begonnen werden. Um unsere energiepolitischen Interessen gegen die Profitinteressen der Investoren durchzusetzen, muss zuerst die öffentliche Kontrolle über die Stadtwerke erkämpft werden. Diese Forderung wurde bereits vor 10 Jahren aufgeworfen und gehört endlich wieder auf die Agenda. Nicht nur wegen des Klimawandels, sondern auch wegen ihrer sozialen Auswirkungen vor Ort. Jährlich stellt das Unternehmen tausenden Menschen den Strom ab und kann seine Anteilseigner gleichzeitig mit einem satten Gewinn von 32 Mio € beglücken. Eine Stadt, die wirklich für alle da sein will, darf die Energieversorgung nicht der Tyrannei des Marktes überlassen.
Stadtwerke vergesellschaften! System Change – not Climate Change!